Mit Handys und Smartphones kann man mehr als nur Telefonieren

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Mit dem Smartphone kann man auch surfen

Handy und Internet

Das Handy ist längst nicht mehr zum Telefonieren da.
Immer mehr entwickelt es sich zur mobilen Multimediazentrale. Waren vor wenigen Jahren SMS noch das höchste der Gefühle, so dient das Mobiltelefon inzwischen auch als Kamera, Spielkonsole, Organizer, E-Mail Client, mp3-Player und Surfstation. Spätestens seit dem Apple iPhone hat das neue Zeitalter der Handy-Kommunikation begonnen. Google gab bekannt, dass über Weihnachten 2007 mehr Internetseiten mit dem iPhone abgerufen wurden als mit allen anderen Internet-fähigen Handys. Im Folgenden möchten wir Ihnen zeigen, was so alles im Handy steckt und was man damit tun kann.

Übersicht der GSM-Codes für jedes Handy: GSM-Codes

Surfen mit dem Handy

Inzwischen gibt es leistungsfähige Übertragungsverfahren, die ein schnelles Surfen auch mit dem Handy erlauben. Einige werden sich erinnern: Im Jahre 2000 versteigerte die Bundesrepublik Deutschland die UMTS Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard. Das UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), welches ursprünglich gerade mal 384 Kbit/sec. zur Verfügung stellte, wurde inzwischen natürlich weiterentwickelt. Aktuell steht der UMTS-Abkömmling HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) zur Verfügung. Damit können theoretisch Bandbreiten von bis zu 14,6 Mbit/sec. realisiert werden. In der Praxis bauen T-Mobile und Vodafone ihre Netze derzeit auf 7,2 Mbit/sec. im Downstream aus. Das ist also mehr als das, was wir als DSL 6000 kennen.

Das neue Apple iPhone 3G beispielsweise beherrscht mittlerweile den HSDPA Standard. Es ist damit etwa zweieinhalb mal schneller als die Vorgängerversion. Das Handy hat somit auch WLAN Funktionalität und kann daher nicht nur von unterwegs an Hotspots, sondern auch am heimischen DSL-Router verwendet werden. Da die WLAN Hotspots geografisch registriert sind, können Sie mit dem iPhone auch Ihren derzeitigen Standort herausfinden. So ist man gut gewappnet, falls man sich von unterwegs orientieren möchte. Natürlich springen immer mehr Handy-Hersteller auf diesen Zug auf und integrieren solche Dienste auch in ihre Geräte, wie z.B. Nokia Maps für S60 oder S40-basierte Nokia Geräte. S60 (ehemals Series 60) ist eine von Nokia entwickelte Benutzeroberfläche für Smartphones, die auf dem Betriebssystem SymbianOS basiert.


iPhone 3G

Das mobile Surfen ist auch nicht mehr ganz so unerschwinglich wie noch zu den Anfangszeiten. Teilweise gibt es sogar Flatrate Tarife. Hier kommt es auf die eigenen Nutzungsgewohnheiten an. Will man von unterwegs nur mal eben seine E-Mails abrufen, dann lohnt ein Volumentarif mehr als eine Flatrate. Für Intensivnutzer gibt es derzeit ein interessantes Angebot von 1&1. Dort gibt es das Blackberry Curve 8310 Smartphone (99,- im 24 Monatsvertrag) in Verbindung mit einem Flatrate Tarif. Für 9,99 Euro/Monat erhält man dort eine Internet- und E-Mail Flatrate. Die Mobilfunk Grundgebühr ist auch bereits enthalten, nicht aber eine Festnetzflat, welche 20 Euro Aufpreis je Monat kostet, wenn man sie denn möchte.

Handy Browser

Wie beim Surfen daheim, benötigt auch ein Handy ein Internetzugangsprogramm (Browser). Apple setzt dabei auf Safari, der auch bei allen Apple Desktop-Rechnern vorinstalliert ist. Natürlich passt auf ein Display von 480x320 Pixel wie beim iPhone3G bzw. 240x320 beim Nokia N82 nicht so viel drauf wie auf einen normalen Monitor. Daher werden Internetseiten kleiner dargestellt. Je nach Modell gibt es verschiedene Zoom-Möglichkeiten, um spezielle Bereiche, die einen interessieren, zu vergrößern. Neu ist der S60 Browser von Nokia, der auf dem Touchscreen Handy Nokia 5800 Tube läuft. Der S60-Browser kann, ähnlich wie der Safari Browser oder Opera Mobile 9.5, auch mehrere Internetseiten in einer Übersicht darstellen und eine Seite dank der hohen Auflösung des Gerätes von 640x360 auch in voller Größe darstellen. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Handy-Browser, wie TeaShark, OpenWave oder auch den Internet-Explorer. Nicht jeder Browser ist für jedes Gerät geeignet. Auf den Internetseiten der jeweiligen Hersteller lässt sich herausfinden, ob ein Browser für das eigene Gerät getestet ist.
Gespannt sein darf man auf die Entwicklung von Googles Handy-Betriebssystem Android, welches ja inzwischen erschienen ist. Android wird auf Open Source basieren, was ein Garant für innovative Implementierungen sein dürfte.

E-Mails per Handy

Natürlich kann man mit einem Internetfähigen Handy bzw. Smartphone nicht nur surfen, sondern auch E-Mails empfangen oder versenden. Es können dabei, genau wie beim Mailen von zu Hause, die Dienste POP3 sowie IMAP genutzt werden. Es muss also ein account mit Benutzername und Passwort, sowie den Serverinfos eingerichtet werden, genau so wie man es von zu Hause gewohnt ist. Wenn man sich für ein Handy entscheidet, welches Push-Mail unterstützt, werden neue Nachrichten automatisch auf das Handy überspielt. Der Email-Client des Handys meldet seinem Besitzer eine neue E-Mail dann wie eine SMS. Bekanntester Vertreter dieser Gattung ist Blackberry. Es gibt weitere Clients, die meist abhängig sind vom jeweiligen Hersteller des Gerätes. Sie unterscheiden sich teilweise sehr im Funktionsumfang, z.B. können nicht alle Clients HTML-Mails verarbeiten. Als Protokoll empfiehlt sich immer IMAP, da hier die Nachricht auf dem Server verbleibt und der Client sich nur eine Kopie zieht. So können Mails, die von unterwegs abgerufen werden, später auch nochmal von zu Hause aus runtergeladen werden.

Weitere Dienste für's Handy

Neben Surfen und Mailen können Smartphones für viele weitere Dienste genutzt werden. Vielen ist bereits das Social Network StudiVZ ein Begriff. Mit Qeep (qeep.de) gibt es ein ähnlich funktionierendes Freundesnetzwerk für das Handy. Nötig ist ein Java Interpreter, der in den meisten neueren Handys bereits enthalten ist. Java ist ein offener und systemunabhängiger Programmier-Standard, der dafür sorgt, dass eine Anwendung auf verschiedenen Plattformen genutzt werden kann, z.B. auf unterschiedlichen Handymodellen. Nicht alle Handy-Anwendungen benötigen einen Java-Client, manchmal reicht auch schon ein Handy-Browser aus, wie z.B. bei dem mobilen Ableger von flickr (m.flickr.com). Damit kann der Nutzer mit dem Handy gemachte Fotos oder Videos gleich ins Internet hochladen. Auch youtube steht Handynutzern unter m.youtube.com zur Verfügung. Mit qik (qik.com) kann das Handy sogar als Live-Webcam genutzt werden. So kann man mal eben ein Konzert mittels Handy-Kamera in Echtzeit ins Internet übertragen. Schüler werden es zu schätzen wissen, die Mathe-Stunde auch anderen Interessierten live zugänglich zu machen :-). Wenn Sie also irgendwo mal mit dem Handy gefilmt werden, kann es möglich sein, dass gleichzeitig Tausende von Nutzern von ihren PCs aus zuschauen.

Es gibt zahlreiche weitere Anwendungen und deren Zahl wird sicherlich rasant steigen, so wie es im Desktop-Bereich ja auch der Fall ist. Zu Beachten ist bei all dem, dass man für die Nutzung dieser Dienste auch bezahlen muss. Der Dienst an sich ist zwar meist kostenlos, die Internetverbindung hingegen nicht. Wer also beabsichtigt, exzessiv zuzuschlagen, sollte unbedingt einen Flatrate Tarif in Betracht ziehen, sonst kann die Handyrechnung schnell astronomisch hohe Dimensionen erreichen.


siehe auch: DSL per UMTS



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