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Eventuell ist es Ihnen auch schon mal so gegangen: Ihr eigener DSL Anschluss gibt viel weniger her als der ihrer Nachbarn. Oder sie bekommen bei der Telekom nur eine DSL 3000 Rückfalloption, obwohl ein anderer Anbieter Ihnen DSL 6000 zugesagt hat. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen, werden Sie denken. Doch kann es. Dazu einige Hintergründe:
Die Telekom geht bei der Zusicherung der DSL-Bandbreiten auf Nummer sicher. Es wird dazu ein anderes Verfahren eingesetzt als jenes, welches die Telekom Konkurrenten verwenden. Ob man beispielsweise DSL 6000 bekommt, ist davon abhängig wie groß die Entfernung zum Verteiler (Vermittlungsstelle) ist und wie hoch der Leitungsquerschnitt ist. Kommt man nur gering über den Grenzwert hinaus, wird man in der Bandbreite runtergestuft. Für DSL 6000 liegt der Grenzwert bei der Telekom bei 18db. Bei Arcor ist der Grenzwert höher und liegt bei 25db. Dieser Wert beziffert die sogenannte Dämpfung. Je niedriger er ist, desto besser. Eine Dämpfung von 6db ist z.B. ein traumhafter Wert. Je höher die Dämpfung, desto geringer die mögliche DSL Geschwindigkeit. Liegt man also bei 20db würde man bei der Telekom schon auf DSL 3000 runtergestuft werden, während das bei Arcor locker für eine 6000er Leitung reichen würde. Die Telekom plant allerdings, Ihre Grenzwerte ebenfalls anzupassen, dazu läuft gegenwärtig ein Pilotprojekt.
Man kann natürlich auch einfach Pech haben und die 20 Meter Entfernung zum Nachbarshaus reichen schon aus, dass man um 0,1 oder 0,2 db zu hoch liegt und den Grenzwert überschreitet.
Die Dämpfung wird errechnet und bei der Telekom in eine Datenbank eingetragen. Ein einhundert Meter langes Kupferkabel mit einem Querschnitt von 0,4mm ergibt eine Dämpfung von 1,2db. Das wäre ein absoluter Spitzenwert. Wenn die nächste Vermittlungsstelle also in Ihrer direkten Nachbarschaft steht, können Sie solch optimale Werte erreichen. Das Signal muss nur einen kurzen Weg zurücklegen, verliert auf der kurzen Strecke von 100 Metern nur wenig Energie und schlägt in Form eines pfeilschnellen DSL-Signals bei Ihnen auf. Die Kabellängen und die Querschnitte sind in einer Datenbank hinterlegt und können individuell für jeden Anschluss dort abgefragt werden. Das wird z.B. gemacht, wenn man eine automatisierte Leitungsprüfung bei Ihnen vornimmt und Ihnen dann einen bestimmten Wert zusichert, z.B. DSL 6000.
Welche Länge der Anschluss letztendlich aber wirklich hat, ist erst dann definitiv zu erkennen, wenn der Tarif im System gebucht wurde. Daher gelten die vorab genannten Werte immer als vorläufig. So ist es durchaus möglich, dass im selben Haus, bei zwei verschiedenen Anschlüssen, eine völlig andere Bandbreite bereitgestellt wird. Das tritt z.B. auf wenn bei einem der Anschlüsse am nächsten Kabelverzweiger nichts mehr frei war und eine Querschaltung über einen ganz anderen Verzweiger über ein anderes Kabel erfolgt ist. Das ist natürlich für den Kunden nicht nachvollziehbar, denn er sieht seinen DSL Wert und er sieht den DSL-Wert, den der Nachbar bekommt. Wenn es dann eine große Kluft zwischen beiden Werten gibt, wundert man sich darüber und beschwert sich ggf. bei seinem Anbieter. Manchmal zu unrecht, wie wir hier gesehen haben.
Manchmal auch zu Recht, denn wie gesagt werden die Kabeldaten in einer Datenbank eingetragen (Orka). Dies erfolgt so, dass bei jeder Neuverlegung die Längen ermittelt werden und in die EDV eingetragen werden. Dabei kann es natürlich zu menschlichen Fehlern kommen. Wenn man also den Verdacht hat, dass ein Längenfehler vorliegt, kann die Telekom eine manuelle Leitungsrecherche durchführen. Das wird aber in der Regel nur gemacht, wenn sich etwas an dem Anschluss ändern soll, man z.B. ein schnelleres Paket haben möchte. Bei offensichtlichen Störungen wird natürlich auch manuell nachgemessen. Man kann eine manuelle Leitungsrecherche bei der Telekom in Auftrag geben. Meistens ist es aber so, dass es logische Erklärungen dafür gibt, dass der Nachbar z.B. ein schnelleres DSL bekommt. Es sind viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Nicht immer ist es der böse Anbieter, der einem mutwillig und in böser Absicht eine langsamere Leitung zur Verfügung stellt :-).
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