Anleitung: Wie kann man Kinder von unerwünschten Inhalten im Internet schützen? Test von DSL-Routern mit Filterfunktion

Neues

Internet der Zukunft
Das Internet der Zukunft

DSL per DVB-T
DSL über DVB-T

Fonic Surfstick
Test: Der Fonic Surf-Stick


Filter-Software und sichere DSL-Router

DSL-Kindersicherung

DSL-RouterDas Internet ist zu einer richtigen Familienangelegenheit geworden. Hatte früher allenfalls der Papa in seinem Arbeitszimmer seinen PC zu stehen, so surft heute auch der Rest der Familie fleissig mit.

Entweder Papa stellt seinen PC den Sprösslingen zur Verfügung, oder diese besitzen bereits ihr eigenes Gerät zum Surfen im Web, eventuell mit einer Spielkonsole wie der Playstation 3 oder einem eigenen Computer. Natürlich soll verhindert werden, dass Kinder nicht-jugendfreie oder betrügerische Seiten ansurfen. Doch wie? Schließlich kann man den Kids allenfalls zu Beginn etwas über die Schultern schauen. Doch eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung wird sich zeitlich kaum ein Elternteil leisten können. Daher gilt es herauszufinden, wie man dennoch ungewollte Inhalte ausfiltern kann. Im Prinzip geht das auf zwei verschiedene Weisen, per Softwarelösung oder hardwareseitig am DSL-Router. Wir stellen die gängigsten Methoden zur Kindersicherung vor:

Wie Sie das verhindern können, erfahren Sie hier.

Software Lösung

Bei einer Software-Lösung kann grundsätzlich entweder per Whitelist vorgegangen werden oder per Sperrliste (Blacklist). Bei der Whitelist können nur zuvor vorgegeben Internetseiten angesurft werden. Bei der Sperrliste kann das gesamte Web besucht werden, mit Ausnahme der gesperrten Seiten. Natürlich bietet die erste Alternative den höchsten Schutz, allerdings wird man auf diese Weise allenfalls kleinere Kinder an das Internet heranführen können. Je mehr es dem Jugendalter entgegen geht, desto höhere Ansprüche hat auch der Nachwuchs. Mit reinen Whitelist-Angeboten ist es da nicht mehr getan und Sperrlisten müssen her. Naturgemäß kann da schon mal die ein oder andere unerwünschte Seite durchschlüpfen und trotz Filter angezeigt werden.

Gerade Anbieter von Pornoseiten wechseln oft ihre domains und sind den Erstellern der Sperrlisten so einen Schritt voraus. Speerlisten sind daher immer unvollständig, wer es darauf anlegt, wird durch eine solche Maßnahme nicht aufzuhalten sein. Aber zumindest sollte ein versehentliches Aufrufen von jugendgefährdenden Seiten verhindert werden.

Die ICRA, die Internet Content Rating Association hat ein interessantes Verfahren entwickelt, bei dem die Betreiber von Internetseiten per Selbstauskunft die Inhalte ihrer Seite beschreiben und darauf hin ein Label erhalten. Mit Hilfe dieser Labels kann der Anwender bestimmte Seiten filtern. Das Label wird fest in den Internetauftritt integriert und kann so ausgelesen werden. Natürlich ist auch hier Missbrauch nicht ausgeschlossen. Beispielsweise kann ein unseriöser Anbieter versuchen, eine mit ICRA gelabelte Seite zu übernehmen, und damit das Siegel gleich mit. Zudem ist das ICRA-Label noch nicht allzu weit verbreitet. Funktionieren kann das also nur, wenn möglichst viele Seitenbetreiber mitziehen.

Filtersoftware

Zur Kindersicherung gibt es mittlerweile einige Filterprogramme. Hier eine Übersicht:
- NetNanny (www.netnanny.com), englisch, $40
- iProtectYou (www.softforyou.com/ip-index.html), englisch, $40
- Cybersitter (www.cybersitter.com), englisch, $40
- FragFinn (www.fragfinn.de), deutsch, kostenlos
- Jusprog (www.jugendschutzprogramm.de), deutsch, kostenlos
- Kindersicherung 2009 (www.salfeld.de), deutsch, 30 Euro



Filterung über DSL-Router

Web-Inhalte lassen sich nicht nur per Software filtern, sondern auch Router-seitig. Nicht jeder Router ist dazu in der Lage, aber wenn man ein entsprechendes Modell hat, spart man sich die Installation einer Software. Problematisch wird es bei der Router-Lösung dann, wenn man individuelle Regeln für mehrere Nutzer definieren will. Wenn der PC also sowohl von Eltern als auch Kindern genutzt wird, gelten die Einschränkungen für alle Beteiligten, also auch für die Eltern. Diese müssten dann zur Nutzung die Filterregeln vorübergehend deaktivieren, um den PC voll nutzen zu können. Hat das Kind hingegen einen eigenen PC, können mit vielen Routern individuelle Filterregeln für diesen Computer gesetzt werden.
Findige Kinder werden sich allerdings auch nicht von einer Router-Filterung aufhalten lassen. Wenn im Browser ein Proxy eingetragen wird, dann wird der gesamte Web-Verkehr über diesen umgeleitet, an der Filterung vorbei. Freie Proxy-Server agieren meist über die Ports 8080 und 3128. Wenn man also diese beiden Ports im Paketfilter des Routers sperrt, können sie nicht mehr verwendet werden. Es gibt aber auch Proxies, die über den Port 80 arbeiten. Diesen Port nutzen auch die Web-Server. Sperrt man ihn, kann gar nichts mehr angesurft werden.
Über einen Router lassen sich ebenso wie bei einer Software-Lösung Black- oder Whitelists erstellen. Es gibt einige Router, die eine externe Filterliste nutzen, welche von Experten laufend gepflegt und aktualisiert wird. Zu diesen Geräten zählen:

- Vigor 2700VG von Draytek, nutzt den Websense Web Filter (früher SurfControl), die Filternutzung ist kostenpflichtig (35 Euro pro Jahr) , Kosten für das Gerät: um 100 Euro




- Vigor Pro 5300 von Draytek, nutzt den Websense Web Filter (früher SurfControl), die Filternutzung ist kostenpflichtig (35 Euro pro Jahr) , Kosten für das Gerät: um 200 Euro



- Bintec 232b von Funkwerk, nutzt die Orange-Liste, inzwischen IBM Proventia Web Filter, die Filternutzung ist kostenpflichtig (169 Euro pro Jahr), Kosten für das Gerät: um 400 Euro




- Familien DSL von D-Link, ein Paket aus der Horst-Box von D-Link mit Jugendschutzmodul und einem Internetzugang von Carpo, nutzt den Filter von Cybits, Kosten für das Gerät: um 50 Euro





W-LAN:
Im W-LAN wird es eng
Das Netzwerk erweitern
W-LAN Drucker im Test
DSL-Router



Lesen Sie auch:

W-LAN Drucker im Test (Auch Drucker lassen sich kabellos in ein Netzwerk integrieren. Test von Kodak ESP7 und Co)

W-LAN schützen (Anleitung: Das W-LAN sicher machen anhand einer Fritz!Box 7270)

DSL-Router (DSL-Router der Einstiegs- und Mittelklasse im Test)

DSL Umzug (was man beachten sollte, wenn man umzieht oder einen Providerwechsel vornimmt)

Amazon Gutscheine (Amazon ist inzwischen ein ernsthafter Ebay Konkurrent. Begehrt sind die Amazon Gutschein-Aktionen)

Die wichtigsten Kabelstandards (Es gibt SCART, S-Video, VGA, DVI oder Glasfaser. Hier gibt es eine Übersicht)

Hardware Tipps (versteckte Funktionen bei DVD-Player, Handy, Digitalkamera oder Navi freischalten)

Das Widerrufsrecht beim DSL Vertrag (Verbraucher haben 14 Tage Rücktrittsrecht. Doch in der Praxis lauern Tücken)

Fernsehen aus der Telefondose (Der DSL-Anschluss taugt nicht nur zum Surfen und E-Mail Abrufen)