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Wer im Internet surft oder E-Mails verschickt bzw. empfängt hinterlässt unweigerlich Spuren. Das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung bezieht sich auch auf die Nutzung des Internets. Ganze sechs Monate müssen Provider und Telekommunikations-Gesellschaften folgende Daten speichern:
Natürlich sammelt nicht nur der Staat Informationen. Die Wirtschaft hat nicht minder gewichtige Interessen an einer Auswertung und Nutzung der Verkehrsdaten. Die Firma Google speichert die IP-Adresse eines jeden Nutzers und auch die eingegebenen Suchbegriffe. Auf diese Weise kann der Suchmaschinenprimus Suchanfragen einem bestimmten Rechner zuordnen. Auch Firmen haben ein hohes Interesse an den Daten der Nutzer. Mittels Cookies können ganze Benutzerprofile angelegt werden, die genau aufzeichnen, wie oft und auf welchen Wegen eine Webseite besucht wurde. Nun, das lässt sich relativ leicht verhindern, indem man Cookies nach jeder Session löscht.
E-Mails lassen sich heutzutage auch verschlüsselt versenden. Dazu gibt es spezielle Kryptografie-Programme, die sicherstellen, dass versendete Inhalte nicht entschlüsselt werden können - natürlich mit Ausnahme der Person, für die sie bestimmt sind. Für die Verschlüsselung von Mails stehen die Programme "Pretty Good Privacy" (PGP) oder dessen Open-Source-Variante GnuPG zur Verfügung. Der Nutzer legt hierbei ein Schlüsselpaar an, einen öffentlichen und einen geheimen Schlüssel. Den öffentlichen Schlüssel hinterlegt man in einem der extra dafür vorgesehenen Key-Server oder nennt diesen schlichtweg auf der eigenen Homepage. Wenn man einer Person nun eine verschlüsselte Nachricht schicken möchte, benutzt man dessen öffentlichen Schlüssel. Der Empfänger der Mail erhält auf diese Weise eine völlig unleserliche, weil verschlüsselte Mail. Mittels des geheimen Schlüssels kann die Nachricht aber schließlich vom Empfänger dechiffriert werden. Freilich ist es zur Nutzung dieser Methode nötig, dass beide Seiten das Verschlüsselungsprogramm nutzen.
Eine relativ neue Methode kommt von der German Privacy Foundation (privacyfoundation.de), einem Verein, der sich Verschlüsselung und Anonymisierung auf die Fahnen geschrieben hat. Dort wurde die "Privacy Box" entwickelt. Mittels der Box kann man sich ein Webformular einrichten lassen, dass man zum Versand von E-Mails nutzen kann. Die Technik sorgt dafür, dass die Mails automatisch verschlüsselt und anonymisiert werden. Außerdem kann der Nutzer seinen eigenen öffentlichen Schlüssel verwenden, so dass nicht nachvollzogen werden kann, wer die Mail verschickt und welchen Inhalt sie hat.
Im Netz stehen außerdem sogenannte Wegwerf E-Mail Adressen zur Verfügung, die man verwenden kann, wenn man seine richtige E-Mail Adresse nicht preisgeben möchte (sofort-mail.de, trash-mail.com uva.)
Um auch Speichermedien wie Festplatten oder USB-Sticks zu schützen hat die Open Source Gemeinde das Programm Truecrypt entwickelt. Damit lassen sich ganze Festplatten oder Partitionen verschlüsseln. Zudem kann man Daten auf der Festplatte verstecken, indem man "Container" erstellt, also verschlüsselte Festplattenbereiche. Denn niemand wird an einer Stelle suchen, die nicht sichtbar ist. Natürlich muss der Anwender sicherstellen, dass sein Rechner "sauber" ist. Wer sich ein Schadprogramm wie z.B. einen Keylogger eingefangen hat, der jede Tastatureingabe aufzeichnet, kann sich mit den genannten Methoden nicht schützen. Ein aktuelles Virenschutzprogramm ist daher obligatorisch.
Um zu verhindern, dass man beim Surfen im Internet über die eigene IP-Adresse identifiziert werden kann, stehen verschiedene Anonymisierungsdienste zur Verfügung wie TOR (The Onion Router) oder JAP (Java Anon Proxy). Diese Dienste schalten Proxys zwischen Nutzer und den Servern der Seiten, die besucht werden. Der Datenfluss wird also umgeleitet. Der Betreiber einer Seite (und auch der Provider) sieht anstelle der IP-Adresse des Nutzers die IP-Adresse des Anonymisierungsdienstes. Nachteil ist, dass durch das Umleiten der Daten auch das Surfen länger dauert. Die Sicherheit geht hier also auf Kosten der Geschwindigkeit. Zu Beachten ist, dass ab 2009 deutsche Dienste auch unter das Gesetz der Vorratsdatenspeicherung fallen. Das betrifft z.B. den recht passabel laufenden Dienst CyberGhost VPN (cyberghostvpn.com). Dieser Dienst ist in der Basic-Variante auch kostenlos verfügbar und leitet den Web-Verkehr über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) um. Auf diese Weise wird die eigene IP-Adresse verschleiert. Auf Verlangen von Ermittlungsbehörden muss der Anbieter freilich den eigentlichen Nutzer offenbaren. Zudem sollte man es sich überlegen, ob man sicherheitsrelevante Anwendungen wie Online-Banking mit Hilfe solcher Dienste nutzen will.
Wer oft an unterschiedlichen Rechnern surft, wird an einer Lösung hierfür interessiert sein. Und es gibt sie: Den PrivacyDongle, eine Entwicklung des Bielefelder Vereins FoeBuD (foebud.org). PrivacyDongle ist ein USB-Stick, auf dem ein modifizierter Firefox Browser mit dem TOR Anonymisierungsdienst vorinstalliert ist. Nun kann man den Stick in einen beliebigen PC stecken, startet den Browser und kann auch von unterwegs anonym surfen, ohne Spuren auf dem genutzten Rechner zu hinterlassen. Den USB-Stick kann man über den Verein beziehen, oder sich die Software kostenlos runterladen und auf einem eigenen Stick speichern.
Der neue Internet Explorer 8 stellt für den selben Zweck Funktionen zur Verfügung, mit denen nach dem Ende einer Sitzung die gesammelten Daten wie cookies, Browser-Historie oder temporäre Daten gelöscht werden können.
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